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Kategorie: Bericht

Digitalisierungsmaßnahme Augustusburg

Die erste Ankündigung im Stadtanzeiger
Der Club of Unesco unterwegs in Augustusburg

Der Club of Unesco führt derzeit eine umfassende Digitalisierungsmaßnahme in allen Ortsteilen von Augustusburg durch. Unser mobiles Einsatzteam bietet die Möglichkeit, ehemals liebgewonnene Gegenstände, deren weltliches Ablaufdatum überschritten ist, in die virtuelle Welt einzuspeisen. Dazu kommen wir mit unserem Digitalisierungsroboter zu Ihnen an die Haustüre. Sowohl den 3D-Scanvorgang als auch die Feuerbestattung können sie live miterleben. Ein eventuell benötigter Eierlikör zum Abschied wird auch bereit gestellt. Alles kostenlos und unter Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln.

Unsere Philosophie

Vielen Dank an alle, die einen Gegenstand oder ein Gespräch beigesteuert haben. Wir laden herzlich ein zur

Dialogveranstaltung und Präsentation des digitalen Archvis

Samstag, 18.72020, 14-18 Uhr

Saal des Lehngerichts, Markt 14, 09573 Augustusburg.

Sollten Sie weitere Fragen haben, stehen wir wie immer gerne unter 037291-127139 zur Verfügung.

Das Digitalisierungsmobil beim Beladen
Roboter mit Digitalisierungsplattform sowie Werkzeugen zur Entkörperlichung und Krematorium
Loslassen kann eine schmerzliche, aber befreiende Erfahrung sein.

Bücherspende

Vielen Dank für eure rege Teilnahme!

Aus alt mach neu: Wem ist das Logo bekannt?

Vor zwei Wochen rief Georg, unser Künstler für Partizipation im Lehngericht, mit folgender Anzeige zur Bücherspende auf:

„Ob Telefonbuch von der Omi, Magazine aus einer längst vergessenen Zeit oder der gehasste Roman aus dem Unterricht – alle Staubfänger nehmen wir gerne entgegen. Wichtig: Die Spenden sind nach unserer Aktion nicht mehr brauchbar und können nicht zurückgegeben werden – also bitte nur entbehrliche Lyrik! Am liebsten sind uns Bücher, die einen persönlichen Wert für Euch haben, aber von denen ihr Euch – aus welchen Gründen auch immer – verabschieden wollt. Dann funktioniert die nachfolgende Aktion besser. Die abgegebenen werden Teil eines kollektiven Rituals.“

Was sind uns Bücher?

„Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch Menschen“, sagte Heine. Das haben wir gelernt aus unserer Geschichte. Und Bücher auch nur wegzuwerfen fühlt sich ungut an. Was ist es, das sie uns so lebendig macht?

„Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde“, sagt Jean Paul.

Ist es, weil Geschichten, wie Harari schreibt, unsere Gesellschaft erst ermöglichen?

Warum sagt ein römischer Philosoph vor mehr als 2000 Jahren: „Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele“?

Bücher sind uns wert- und geistvoll, soviel steht fest.

Darum werden sie beim Ausmisten der eigenen Bibliothek lieber gespendet oder verschenkt als weggeworfen. Aber nicht jedes Buch lässt sich verschenken: Zum Beispiel das Buch, das frau dem Mann zu Beginn seiner Midlifecrisis schenkt, was der aber nie anrührt. Soll Frau es stattdessen in Geschenkpapier wickeln und jemand anderem – dem Chef vielleicht? – zum Geburtstag schenken? Wenn nicht gerade Weihnachten und damit Zeit für Schrottwichteln ist (wer es nicht kennt, unbedingt belesen: https://praxistipps.focus.de/regeln-zum-schrottwichteln-das-muessen-sie-beachten_99550) wird man diese Bücher also schwer reinen Gewissens los.

Manches Buch erreichte uns per Post.

In guter Hand

Georg zimmerte zwei Bücherkästen, stellte einen vor die Postfiliale Augustusburg und einen vors Lehngericht am Markt. So groß war der Andrang, dass er sie täglich leerte, und trotzdem stand manchmal eine volle Bananenkiste darunter.

Nun steht das Lehngericht voller Bücher und das Projekt geht in die zweite, die geheime Runde. Es ist ein Prozess der sich in stillen, dunklen Räumen abspielt – wovon es im Lehngericht viele gibt. Irgendwann dringt das mit Spannung erwartete Ergebnis der Arbeit ans Licht: Dann werdet ihr wieder von uns hören und, wenn alles klappt, eingeladen, die transformierten Bücher zu bewundern!

Dies ist keine Bücherentsorgung: Es soll etwas Neues entstehen, ein zweites Leben sozusagen. Und wer weiss – vielleicht irgendwann sogar ein drittes.

Wir halten euch auf dem Laufenden!

Der Augustusburger Computer Amateur*innen Bastel Club

Seit Monaten dürfen wir uns in unseren Kellern verkriechen, an Ideen feilen, den alten Computer abstauben und wieder einer Verwendung zuführen. Langsam ist das ganze Haus digitalisiert und doch erfuhr bisher kein Mensch davon. Seit Monaten dreht sich die Welt plötzlich um die Meister*innen der Maschinen und ihre Kunst die Welt zusammen zu halten, obwohl wir Abstand wahren müssen. Videokonferenzen gehören zu unseren Standardwerken und Digitalisierung ist für uns mehr als WLAN und ein paar Computer.

Wenn auch ihr euch angesprochen fühlt, eure Ideen den nötigen Raum suchen, ihr Gleichgesinnte sucht zum basteln, löten, programmieren und diskutieren, dann entsteht hier euer Raum. Bevor zuhause Ärger in der Luft liegt, weil Kabel überall herum liegen, kommt vorbei und gönnt euren Lebenspartner*innen den freien Abend ohne neue Leitungen und Stromausfälle wegen falsch gepolter Verbindungen zuhause. In entspannter Atmosphäre bauen wir den Technikkeller von Augustusburg, sinnieren über Sinn und Unsinn von Technik und belustigen uns an den unmöglichen technischen Lösungen für soziale Probleme. Jede*r bringt etwas Wissen mit, viele bringen hoffentlich Ideen mit. Auf jeden Fall bringt jede Person eine Mund-Nase-Bedeckung mit, zum Schluss könnte die dann auch leuchten. Bisher stehen hier eine Lötstation, ein wenig Musik aus der Dose und ein paar Tische im sonst freien Raum.Es gibt Zugang zu diesem sagenumwobenen Internet und Wechselstrom aus der Dose. Ein Kasten Mate ist sicher schnell organisiert und Ideen zum Aufbau einer gemeinsamen Werkstatt sicher schnell gefunden.

So treffen wir uns ab dem 11.06.2020 jeden 2. und 4. Donnerstag, ab 18:00 ME(S)Z an folgenden Koordinaten:
50.814492096° N, 13.100340664° E
Markt 8, Augustusburg

Wenn die Räumlichkeiten zu klein für die aktuellen Beschränkungen werden, wechseln wir in größere, ausgeschildert ab vor Ort.

Für Fragen vorab schreibt uns an info@augustusburg.blog

Tablets, Torte, Tee!

Die digitale Selbsthilfegruppe!

Ankündigung im Stadtanzeiger Augustusburg.

An diesem Donnerstag, dem 4. Juni 2020 um 14 Uhr, startet eine Veranstaltungsreihe im Atelier am Markt in der augustusburger Altstadt. Tablets, Torte, Tee wird von Danielle, der Entwicklerin für digitale Medien, ins Leben gerufen und an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat stattfinden.

Die Möglichkeiten der neuen Technologie stellen uns neben all der utopischen Vorteile auch vor Herausforderungen. Aus unserem Alltag sind die Geräte nicht mehr wegzudenken, aber die Undurchschaubarkeit technischer Vorgänge lässt uns verzweifeln! Und das ist ok so, denn das ist alles auch sehr komplex.

Dem will dieses Format abhelfen: Ein gemütliches Gettogether mit Kaffee und Torte, das den Austausch über Alltagsprobleme bei der Benutzung von Handy, Tablet und anderem Gerät ermöglicht. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an alle Generationen. Denn wer mag keine Torte?!

Keine Angst: dies ist kein dröger Technik-Vortrag, bei dem nur folgen kann, wer IT studiert hat. Vielmehr lernen die Teilnehmer*innen, einander zu helfen. Das Format ist nachhaltig und wird irgendwann ganz in die Hände der Bürger*innen übergeben und nicht mehr auf Anleitung von Außen angewiesen sein.

Zur Ergänzung und in Zukunft vielleicht Unterstützung von Tablets, Torte, Tee entsteht ein Zirkel technikaffiner Leute. Hier trifft sich, wer sich schon ein bisschen auskennt und Lust hat, das Können zu erweitern und eigene technische Spielereien zu entwickeln. Dabei ist jede technische Spielerei, Neuentwicklung oder auch nur Idee willkommen. Weitere Informationen dazu folgen in Kürze!

Wer beim Einen oder Anderen dabei sein möchte oder einfach Fragen dazu hat, kann sich gern via Email-link auf der rechten Seite bei uns anmelden. Oder uns anrufen unter: 037291 127138

Kleines Glossar der Computersprache:

noob – Neuling, Anfänger (eingeladen zu Tablets, Torte, Tee)

LOL – das bekannteste Wort. Es steht für das Englische „laughing out loud“ und. bedeutet „außergewöhnliches Lachen“ oder „Auslachen“

omg – heisst so viel wie „Oh mein Gott!“ und wird bei den selben Gelegenheiten verwendet wie letzteres als Ausruf

bug – Ein Fehler in einem Spiel oder Programm

ez – Abkürzung für das englische „easy“ was soviel heißt wie einfach, locker, ungezwungen, spielend

Das zweite Kapitel

Der Botschafter von Augustusburg.

Der Maibaum

„Was willst du der Welt sagen?“ Ihre Antwort auf diese Frage haben Menschen aus Augustusburg und seinen Ortsteilen mittels Cyanotypie auf Stoff gebracht. Die einzelnen Botschaften wurden zu drei Stoffbahnen zusammengenäht. (Danke, liebe Näherin.)

Seit heute hängen sie am Maibaum auf dem Markt Augustusburg. Reisesehnsucht, politisches Statement, Jing und Jan. Ein Eindruck der kleinstädtischen Diversität. Wir freuen uns, wenn ihr vorbeikommt, und ihn euch anschaut. Wir gönnen uns derweil heiß ersehnten Kaffee und Kuchen im wieder geöffneten Röstcafé.

Cyanotypie-Wochenende

Die blauen Fähnchen warten im Lehngericht auf den Maibaum.

Es fing mit dem Bürgermeister an, der in den Co-working Space im Lehngericht trabte. „Ich hab da ne Idee für euch. Wir brauchen ein Zeichen der Normalität. Wir stellen den Maibaum auf.“

Und Corona? Wir mussten uns was einfallen lassen. Danielle sagt das Offensichtliche, dass social distancing falsch ist – wir sollen uns körperlich distanzieren aber sozial näher zusammenrücken. So wurden zwei Stationen eingerichtet: Eine im Lehngericht und eine im Atelier am Markt. In beiden stand eine Inspirationsecke mit Tee und Säften bereit für jene, welche unserm Aufruf gefolgt waren und sich eine Stunde reserviert hatten.

Am Maibaum wollen wir Öffentlichkeit schaffen. Etwas, das uns in der aktuellen Zeit fehlt.

Alle in Augustusburg sollten der Welt etwas sagen können. Mittels Cyanotypie (das Wort stammt vom griechischen Cyan, was für den Farbton blau steht und nur den selben Wortursprung wie Zyankali hat). Es handelt sich dabei um ein altes Druckverfahren mit Sonnenlicht. Damit konnten alle einen Teil des zukünftigen Maibaumschmuckes gestalten (ohne vergiftet zu werden) und wir drei Künstler*innen aus dem Lehngericht Menschen aus Augustusburg, Hennersdorf und Erdmannsdorf kennen lernen: Also Gesichtsschutzderivate übergestülpt und Samstag, 2. Mai um 10 Uhr losgelegt!

Gemeinsam haben wir ein Wochenende lang im Lehngericht gefroren, Tee getrunken, uns über winzige blaue Löcher im Wolkenhimmel gefreut, sind rausgestürmt und haben die Sonne gejagt. Gemeinsam haben wir spannungs- und sorgenvoll auf gelbe Stoffe gestarrt und geschaut, wie sie langsam grau und dann blau wurden. Wir haben allerlei Haushaltsgegenstände kennen gelernt. Wir haben über Kunst und Prag und Nachbarn und Musik und Sexismus und Gärten und Häuser und Zwerge geredet. 

Wir haben den obligatorischen Wochenendbesuchern erklärt, was wir da treiben.

Wir sind einander endlich begegnet und wissen jetzt: In Augustusburg kann man was unternehmen. Die Augustusburger*innen sind am Start. Vielen Dank für die vielen schönen Begegnungen, eure Offenheit und eure Ideen! Bald hängen die Ergebnisse dieser Unternehmung am Maibaum auf dem Markt – schaut sie euch an und seit stolz drauf, in dieser seltsamen Zeit gemeinsam etwas schönes geschafft zu haben.

Das erste Kapitel

Es war spät abends, als G., D. und S. ankamen. Nebel und Finsternis umgaben den Schlossberg, Scheinwerfer deuteten Schatten an – so entstand eine Vision.
Vom zentralen Punkt zwischen Augustusburg, Erdmannsdorf, Grünberg, Hennersdorf und Kunnersdorf senden wir Neues in die analoge Welt: Wir entdecken ein Spektrum im scheinbaren Schwarzweiß. 
Wer wir eigentlich sind? 
Schaut.
Kostet vom Zaubertrank des Digitalen!

Das erste Kapitel