Seraina Leuenberger – Stadtschreiberin

Geboren 1990 bei Basel in der Schweiz, studierte sie an der HfS Ernst Busch in Berlin Schauspiel. Ab 2016 war sie Mitglied des Schauspielensembles der städtischen Theater Chemnitz. Sie ist Mitbegründerin der Künstlergruppe Glamnitz, die sich mit verschiedenen Veranstaltungsformaten auf die Suche nach dem Glamour in Chemnitz macht. Dort war sie als Autorin und Performerin tätig, unter anderem bei den Begehungen 2019 mit der Performance Rauschrasten.

Seit 2019 führte ihre freiberufliche Tätigkeit als Schauspielerin und Performerin sie unter anderem nach Baden-Baden, Nancy, und Paris.

In Augustusburg beschäftigt sie sich mit der Geschichte von Ort und Bewohner*innen. Das gefundene Material möchte sie als digitale Erzählungen zugänglich machen.

Georg Scherlin – Künstler für Partizipation

Georg Scherlin, geboren 1985 in Traunstein, studierte Medienkunst mit Schwerpunkt auf Visual Storytelling an der Fachhochschule Salzburg. Er realisierte zahlreiche Bühnenbilder für Clubs und Festivals an der Schnittstelle zwischen visuellen Technologien und bildhauerischem Material. Dabei erzählt er unvollständige Geschichten, die von den Besucher*innen seiner Aktionen weitergesponnen werden können– indem sie Dinge mitnehmen, ablegen, oder selbst erst herstellen, werden sie zu einem maßgeblichen Element des Werks. In letzter Zeit untersuchte er den Bereich der olfaktorischen Wahrnehmung und setzte verschiedene Riechstoffe als irrationalen Wegweiser in seinen Installationen ein.

Das kollektive Arbeiten ist ein zentraler Bestandteil seiner Praxis. Als Teil des Künstlergruppe Art Ashram beschäftigt er sich bei Aufenthalten im ländlichen Raum (Ashram = Ort der Konzentration) mit wirtschaftlichen Produktionskreisläufen und antiken Kulturtechniken. Daraus entstehen oft performative Installationen; Spiele, die mit ihren besonderen Regeln die Anwohner*innen zur Komplizenschaft einladen und auf ein gemeinsames Erlebnis abzielen.

Georg Scherlin lebt und Arbeitet (meistens) in Berlin, wo er gemeinsam mit den Freunden der Freilichtbühne Weißensee ein Open-Air-Kino betreibt.

Danielle Tändler – Entwicklerin für digitale Medien

Als Mittlerin zwischen den Welten bringt sie seit einigen Jahren zusammen, was nicht zusammen gehört. Aus Interesse an Technik entwickelte sich seit 2013 ein immer stärker werdender Bezug zur Kunst. Anfänglich half sie Künstler*innen großartige Ideen mit technischem Hintergrund umzusetzen, später nutzte sie die gewonnenen Kenntnisse um den Spagat zwischen einer digitalen, komplizierten Welt und sozialen Gefügen, die weniger technikaffin sind, zu meistern. Dabei entdeckte sie auch die Möglichkeit mit Technik die Kunst zugänglicher für alle Menschen zu machen. Aus ihrem Engagement im Chaostreff Chemnitz e.V. und im Begehungen e.V. entstand so zum Beispiel das Partnerschaftsprogramm, das körperlich eingeschränkten Personen auch schwer zugängliche Gebäude mit Hilfe eines weiteren Menschen audiovisuell erfahrbar macht. Die Inklusion und Partizipation aller Menschen an den schönen Dingen liegt ihr am Herzen.


Im Umfeld des Chaostreffs zeigt sie durch einfache Lötprojekte und Basteleien Menschen ab drei Jahren, dass Technik auch selbst erschaffen werden kann und wir nicht nur ihre Sklaven sein müssen. In Schulen zeigt sie bei Projekttagen auf, wie Schüler*innen verantwortungsvoll mit neuen Medien umgehen und zeigt einen Einblick in die Welt dahinter.


Seit 2017 realisiert sie eigene Kunstprojekte, die zumeist einen technischen Hintergrund haben und zum Nachdenken anregen oder einfach durch blanke Schönheit gefallen können. Zuletzt hat sie für die Chemnitzer*innen eine Zeitkapsel realisiert, die durch die Stadt fuhr und Menschen Glückwünsche und Nachrichten in eine ferne Zukunft in circa 70 Jahren schicken ließ.