Vielen Dank für eure rege Teilnahme!

Aus alt mach neu: Wem ist das Logo bekannt?

Vor zwei Wochen rief Georg, unser Künstler für Partizipation im Lehngericht, mit folgender Anzeige zur Bücherspende auf:

„Ob Telefonbuch von der Omi, Magazine aus einer längst vergessenen Zeit oder der gehasste Roman aus dem Unterricht – alle Staubfänger nehmen wir gerne entgegen. Wichtig: Die Spenden sind nach unserer Aktion nicht mehr brauchbar und können nicht zurückgegeben werden – also bitte nur entbehrliche Lyrik! Am liebsten sind uns Bücher, die einen persönlichen Wert für Euch haben, aber von denen ihr Euch – aus welchen Gründen auch immer – verabschieden wollt. Dann funktioniert die nachfolgende Aktion besser. Die abgegebenen werden Teil eines kollektiven Rituals.“

Was sind uns Bücher?

„Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch Menschen“, sagte Heine. Das haben wir gelernt aus unserer Geschichte. Und Bücher auch nur wegzuwerfen fühlt sich ungut an. Was ist es, das sie uns so lebendig macht?

„Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde“, sagt Jean Paul.

Ist es, weil Geschichten, wie Harari schreibt, unsere Gesellschaft erst ermöglichen?

Warum sagt ein römischer Philosoph vor mehr als 2000 Jahren: „Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele“?

Bücher sind uns wert- und geistvoll, soviel steht fest.

Darum werden sie beim Ausmisten der eigenen Bibliothek lieber gespendet oder verschenkt als weggeworfen. Aber nicht jedes Buch lässt sich verschenken: Zum Beispiel das Buch, das frau dem Mann zu Beginn seiner Midlifecrisis schenkt, was der aber nie anrührt. Soll Frau es stattdessen in Geschenkpapier wickeln und jemand anderem – dem Chef vielleicht? – zum Geburtstag schenken? Wenn nicht gerade Weihnachten und damit Zeit für Schrottwichteln ist (wer es nicht kennt, unbedingt belesen: https://praxistipps.focus.de/regeln-zum-schrottwichteln-das-muessen-sie-beachten_99550) wird man diese Bücher also schwer reinen Gewissens los.

Manches Buch erreichte uns per Post.

In guter Hand

Georg zimmerte zwei Bücherkästen, stellte einen vor die Postfiliale Augustusburg und einen vors Lehngericht am Markt. So groß war der Andrang, dass er sie täglich leerte, und trotzdem stand manchmal eine volle Bananenkiste darunter.

Nun steht das Lehngericht voller Bücher und das Projekt geht in die zweite, die geheime Runde. Es ist ein Prozess der sich in stillen, dunklen Räumen abspielt – wovon es im Lehngericht viele gibt. Irgendwann dringt das mit Spannung erwartete Ergebnis der Arbeit ans Licht: Dann werdet ihr wieder von uns hören und, wenn alles klappt, eingeladen, die transformierten Bücher zu bewundern!

Dies ist keine Bücherentsorgung: Es soll etwas Neues entstehen, ein zweites Leben sozusagen. Und wer weiss – vielleicht irgendwann sogar ein drittes.

Wir halten euch auf dem Laufenden!