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Sichten von Konrad Behr

Wir sind am 21.12. dabei:

Kleinstadtschrieb von Seraina Leuenberger:

Wir woanders:

Das zweite Kapitel

Veröffentlicht (Aktualisiert: ) in Bericht.

Der Botschafter von Augustusburg.

Der Maibaum

„Was willst du der Welt sagen?“ Ihre Antwort auf diese Frage haben Menschen aus Augustusburg und seinen Ortsteilen mittels Cyanotypie auf Stoff gebracht. Die einzelnen Botschaften wurden zu drei Stoffbahnen zusammengenäht. (Danke, liebe Näherin.)

Seit heute hängen sie am Maibaum auf dem Markt Augustusburg. Reisesehnsucht, politisches Statement, Jing und Jan. Ein Eindruck der kleinstädtischen Diversität. Wir freuen uns, wenn ihr vorbeikommt, und ihn euch anschaut. Wir gönnen uns derweil heiß ersehnten Kaffee und Kuchen im wieder geöffneten Röstcafé.

Cyanotypie-Wochenende

Die blauen Fähnchen warten im Lehngericht auf den Maibaum.

Es fing mit dem Bürgermeister an, der in den Co-working Space im Lehngericht trabte. „Ich hab da ne Idee für euch. Wir brauchen ein Zeichen der Normalität. Wir stellen den Maibaum auf.“

Und Corona? Wir mussten uns was einfallen lassen. Danielle sagt das Offensichtliche, dass social distancing falsch ist – wir sollen uns körperlich distanzieren aber sozial näher zusammenrücken. So wurden zwei Stationen eingerichtet: Eine im Lehngericht und eine im Atelier am Markt. In beiden stand eine Inspirationsecke mit Tee und Säften bereit für jene, welche unserm Aufruf gefolgt waren und sich eine Stunde reserviert hatten.

Am Maibaum wollen wir Öffentlichkeit schaffen. Etwas, das uns in der aktuellen Zeit fehlt.

Alle in Augustusburg sollten der Welt etwas sagen können. Mittels Cyanotypie (das Wort stammt vom griechischen Cyan, was für den Farbton blau steht und nur den selben Wortursprung wie Zyankali hat). Es handelt sich dabei um ein altes Druckverfahren mit Sonnenlicht. Damit konnten alle einen Teil des zukünftigen Maibaumschmuckes gestalten (ohne vergiftet zu werden) und wir drei Künstler*innen aus dem Lehngericht Menschen aus Augustusburg, Hennersdorf und Erdmannsdorf kennen lernen: Also Gesichtsschutzderivate übergestülpt und Samstag, 2. Mai um 10 Uhr losgelegt!

Gemeinsam haben wir ein Wochenende lang im Lehngericht gefroren, Tee getrunken, uns über winzige blaue Löcher im Wolkenhimmel gefreut, sind rausgestürmt und haben die Sonne gejagt. Gemeinsam haben wir spannungs- und sorgenvoll auf gelbe Stoffe gestarrt und geschaut, wie sie langsam grau und dann blau wurden. Wir haben allerlei Haushaltsgegenstände kennen gelernt. Wir haben über Kunst und Prag und Nachbarn und Musik und Sexismus und Gärten und Häuser und Zwerge geredet. 

Wir haben den obligatorischen Wochenendbesuchern erklärt, was wir da treiben.

Wir sind einander endlich begegnet und wissen jetzt: In Augustusburg kann man was unternehmen. Die Augustusburger*innen sind am Start. Vielen Dank für die vielen schönen Begegnungen, eure Offenheit und eure Ideen! Bald hängen die Ergebnisse dieser Unternehmung am Maibaum auf dem Markt – schaut sie euch an und seit stolz drauf, in dieser seltsamen Zeit gemeinsam etwas schönes geschafft zu haben.